10. Onko-Update in Berlin, Januar 2015

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Feb 042015
 

ArtikelUpdate2015_bearbeitet-5

Am 30. Und 31. Januar 2015 fand in Berlin die Onko-Update Veranstaltung zum 10ten Mal statt. Das Besondere aller Update Veranstaltungen: In kürzester Zeit wird ein umfassender Überblick über die wichtigsten und aktuellsten Entwicklungen auf einem Therapiegebiet vermittelt.

In diesem Jahr fand die erfolgreiche Veranstaltung Onko-Update zum 10. Mal in Berlin statt – mit ca. 1000 Teilnehmern. Zutaten: Experten, aktuelle Daten von den letzten Kongressen, Bewertungen der Daten auf Praxistauglichkeit. Interessierte Ärzte aus Klinik und Praxis und Apotheker nahmen sich zwei intensive Tage Zeit, um sich einen Überblick über die neuesten Entwicklungen auf den Kongressen des vergangenen Jahres zu verschaffen und ihre Praxisrelevanz kritisch zu würdigen und zu diskutieren(www.onko-update.de; www.med-update.com).

Was bleibt als Kernbotschaften? Die gute Nachricht: für fast alle Krebserkrankungen gibt es mittlerweile wirksame Therapien- und es werden immer mehr. Die Therapieentscheidungen werden auf Basis immer komplexerer Charakteristika getroffen. Die Patienten können mit ihrer Erkrankung alt werden und versterben nicht mehr unbedingt am Krebs. Langjährige Verläufe können beobachtet werden. Allerdings gibt es auch „Sorgenkinder“ unter den Krebserkrankungen. Das Pankreaskarzinom ist eines davon. Obwohl es längst nicht so häufig ist, wie viele andere Krebsarten, trägt es doch zu einem großen Anteil zur Krebssterblichkeit bei. Und eine Besserung ist nicht in Sicht.

Warum ist das Pankreaskarzinom so schwierig zu behandeln?

Das Pankreaskarzinom gibt es eigentlich gar nicht. Man lernt von Jahr zu Jahr mehr über die Vielfalt an Ursachen, an genetischen und anderen Faktoren, die das Pankreaskarzinom beschreiben. Es wird immer deutlicher, dass es sich dabei gar nicht um ein Karzinom, sondern um viele verschiedene Karzinome handelt. Und die Inzidenz wird zunehmen – weil die Bevölkerung altert und dieser Krebs im Alter auftritt; weil es viele Menschen gibt, die vor allem sitzen und sich nicht bewegen- auf dem Sofa beim Fernsehen oder im Büro am Schreibtisch; weil viele lieber Chips und Kräcker essen, als Obst und Gemüse; weil viele Menschen Fast-Food einer ausgewogenen Ernährung mit frischen Zutaten vorziehen; weil immer noch viele Menschen rauchen.

Müssen wir also vor dem Pankreaskarzinom kapitulieren?

Die Eurocare-5-Studie weist das Pankreaskarzinom als die Tumorerkrankung mit der schlechtesten Prognose aus.Fast scheint es als müssten wir vor dem Pankreaskarzinom kapitulieren, denn auch auf dem Onko-Update konnten zwar für viele Tumoren innovative und effektive Therapieansätze vogestellt und rasante Entwicklungen aufgezeigt werden. Allein das Pankreaskarzinom blieb davon unberührt. Die Therapieauswahl ist limitiert auf wenige Substanzen, Stahl & Strahl (Chirurgie, Strahlentherapie) – und nichts davon ist wirklich erfolgversprechend, wenn der Tumor erstmal fortgeschritten ist. Da der Tumor aber auch erst recht spät symptomatisch wird, wird er oft erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Damit sind die Therapieoptionen und –ergebnisse überschaubar. Auf der Update Veranstaltung wurde lediglich das OFF –Schema (Oxaliplatin, 5 Fu und Folinsäure) als neuer Standard in der 2nd-Line Behandlung (nach Versagen einer Erstlinientherapie mit Gemcitabin) des fortgeschrittenen Pankreaskarzinoms empfohlen (basierend auf der Publikation von Oettle, H. et al. JCO, August 2014, 10; 32(23):2423-9).

Abbfuturepacatreatment2015Es sind zahlreiche zielgerichtete Therapien und Zytostatika in der Entwicklung – hier erwarten wir uns bessere Behandlungsoptionen (siehe Abbildungen). Ein Screeningprogramm könnte die Erkennung des Pankreaskarzinoms im Frühstadium und damit die Erfolgsaussichten der Therapien erhöhen. Auch dazu wird geforscht. Aber das ist die Zukunft. Was können wir heute tun? Kann jeder einzelne etwas tun um ein Pankreaskarzinom erst gar nicht zu bekommen? Ist doch eh schon zu spät, da kann man nichts mehr machen?? Keine Lust auf Sport? Man kann auch klein anfangen. Legen Sie sich einen Schrittzähler zu und dann…geht es nicht mehr mit dem Fahrstuhl, sondern zu Fuß die Treppen hoch; steigen sie eine Station vor der Zielstation aus und gehen den Rest zu Fuss, parken Sie ihr Auto 2 Blocks weiter und gehen dann den Rest des Weges. Dabei können Sie dann gleich noch den Salat zum Abendessen besorgen. Und stellen Sie ihre Ernährung um: Weniger Kohlehydrate – lautet das einfache Rezept. Dazu gibt es viele Anregungen im Internet z.B. unter http://www.logi-methode.de/ -denn Kohlehydrate sind nicht gleich Kohlehydrate und dieses Konzept – von Ernährungswissenschaftlern entwickelt – wirkt und ist gesund – zum Abnehmen und für die gesunde Ernährung. Vorbeugen ist besser als Heilen!

futurepacatailoredtherapies2015

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Gesunde Zähne = gesunder Mensch?!

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Feb 042015
 

290304

Vom 11. bis zum 13. Dezember 2014 fand der Kongress Bluthochdruck und Prävention der Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL®in Berlin statt. In diesem Jahr lautete das Motto „Bluthochdruck ganzheitlich behandeln- Folgeerkrankungen vorbeugen“, denn Bluthochdruck lässt sich nur mit einem ganzheitlichen, fachübergreifenden und auch Funktionen übergreifenden Behandlungs- oder Präventionskonzept wirklich in den Griff bekommen. Erfolgreiche Behandlungskonzepte sind und bleiben Teamwork zwischen verschiedenen Facharztgruppen, aber auch verschiedenen Berufsgruppen wie z.B. Gesundheitspfleger/innen, Physiotherapeuten, Heilpraktikern, Ernährungsberatern.

Auf dem 38. Wissenschaftlichen Kongress „Hypertonie und Prävention“ (weitere Infos unter www.hypertonie2014.de) konnte einmal mehr gezeigt werden, wie weit diese Schnittstellen über Fachgrenzen und Funktionen hinausgehen. Schon lange bekannt ist, dass Menschen mit Parodontitis häufiger, als Patienten mit gesunden Zähnen, an Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck leiden und häufiger einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleiden. Zwar konnte bis heute der genaue Zusammenhang nicht abschließend geklärt werden, aber es gibt einige Annahmen. „Sehr wahrscheinlich sind ..dieselben Bakterien, die die Parodontitis auslösen, auch die Ursache für den erhöhten Blutdruck und die vermehrten Herzinfarkte sowie Schlaganfälle..“ erläuterte Dr. med. Johannes Baulmann aus der Uniklinik Lübeck auf der Pressekonferenz.

Bei der Prodontitis entzünden sich Zahnfleisch und tiefere Gewebsschichten um den Zahn herum, der Zahnhalteapparat wird geschädigt, die entzündungsverursachenden Bakterien geraten in den Blutkreislauf. Ohne Behandlung lockern sich die Zähne und fallen beim weiteren Fortschreiten der Erkrankung aus. Verhindert oder aufgeschoben werden kann dieser Prozess nur durch eine Parodontose- Behandlung, bei der die Bakterien bekämpft und die entstandenen Zahnfleischtaschen beseitigt werden. Nachfolgend kann der Behandlungserfolg nur aufrecht erhalten werden, wenn die Mundhygiene entsprechend optimiert wird.

Die Ergebnisse einer aktuellen Studie zum Zusammenhang von Parodontose und Blutdruck wurden auf dem Kongress vorgestellt. In der Studie wurden 100 Patienten mit Parodontitis untersucht. Nach 12 Monaten konnten die Forscher tatsächlich feststellen, dass die Gefäße der Patienten, bei denen die Parodontitis erfolgreich bekämpft worden war, elastischer wurden und – was besonders eindrucksvoll war- dass der zentrale Blutdruck dieser Patienten gesunken war. Somit gibt diese Studie einen ersten Hinweis darauf, dass mit der Parodontitis-Behandlung Herz-Kreislauf-Erkrankungen und mögliche Folgen reduziert werden können.

Dies zeigt einmal mehr, das keine Krankheit für sich allein stehend behandelbar ist, sondern immer ein holistisches Behandlungskonzept wichtig ist. Die Bedeutung des Zahnarztes im Behandlungsteam ist dabei nicht zu unterschätzen. Oftmals ist er der Lotse, der Patienten an seine Kollegen z.B. den Kardiologen, Dermatologen, Hämatologen/Onkologen, Immunologen weiterleitet. Entzündungen des Zahnfleisches und Zahnbettes können Infektionen der Atemwege begünstigen und es werden auch Zusammenhänge zwischen diesen Erkrankungen und Komplikationen während der Schwangerschaft vermutet. Erkrankungen des Blutsystems sog. hämatologische Erkrankungen, die sich u.a. in einer mangelnden oder übermäßigen Durchblutung und Blutungsneigung des Zahnfleisches bzw. der Mundschleimhaut zeigen, werden nicht selten erst beim Zahnarztbesuch entdeckt. Gleiches gilt für Tumoren der Mundschleimhaut.

Rauchen und Alkohol schaden der Zahngesundheit und tragen zur Entwicklung von Parodontose (Zahnbettentzündung) und Gingivitis (Zahnfleischentzündung) bei, insbes. Rauchen wirkt sich auch negativ auf das Herz-Kreislaufsystem aus. Es gibt also viele Schnittstellen in der Prävention und Behandlung von Hypertonie, zwischen Zahnarzt und Kardiologen.

Wenn nun aber insbesondere auf dem diesjährigen Kongress der Zusammenhang zwischen Parodontitis und Blut(hoch)druck im Fokus stand: „Vorbeugen ist besser als Heilen“. Zahngesundheit muss nicht teuer sein. Nach einer Publikation der Bundeszahnärztekammer, kostet eine Prophylaxe zu Hause im Jahr ca. 110,– Euro – das sind ca. 0,30 € am Tag. Mit einer professionellen Zahnreinigung im Jahr würde man bei ca. 0,60 € am Tag liegen. Und gesunde Zähne sind günstiger als Zahnersatz, denn der kostet ca. 500,–€ pro Zahn trotz gepflegten Bonusheftes oder für ein Implantat mit Krone ca. 2000,–€. Und natürlich auch besser als eine lebenslange Hypertonietherapie.

Was kann also jeder Einzelne tun um keine Parodontose zu bekommen? Aller Laster Anfang ist oft eine mangelnde Mundhygiene – hier kann jeder einzelne bei sich ansetzen und mit Zahnbürste und Zahnseide den Bakterien und Essensresten mindestens zweimal täglich zu Leibe rücken. Nicht immer ist es dabei ratsam sofort nach dem Essen zu reinigen – denn nach dem Genuss stark säurehaltiger Nahrungsmittel, z.B. Obstsäften, könnten wir uns damit eher schaden als nutzen.. Mindestens einmal, besser aber zweimal im Jahr sollte der Zahnarzt zur Prävention aufgesucht werden. Und selbstverständlich sollten Sie den Zahnarzt aufsuchen, wenn Sie unter Zahnfleischbluten, Zahnschmerzen, Mundgeruch oder wackelnden Zähnen leiden. Wird eine Parodontose diagnostiziert, so kann diese wirksam zusammen mit dem Zahnarzt bekämpft und dauerhaft kontrolliert oder gar geheilt werden. Es ist also nie zu spät etwas für sich und die eigene Mundgesundheit zu tun.

Und was bedeutet das Studienergebnis im Umkehrschluss für die Kardiologen? Zahnärzte sollten zunehmend in die Entwicklung von Behandlungskonzepten für Patienten eingebunden werden und Ärzte sollten immer auch an die Zähne als Ursache von Allgemeinerkrankungen denken. Bei Kopf- und Gesichtsschmerz und anderen Krankheiten ruhig mal bei den Patienten nachhaken, wie es um die Zahngesundheit steht bzw. wie lange der letzte Zahnarztbesuch zurückliegt.

 

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Revolutionizing Health Care – News from Health 2.0, 22nd to 24th September 2014

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Sep 242014
 

Intel, Apple, HP…technology and innovation as several names, but the basis for all was Silicon Valley. Silicon Valley, with San Jose and Sta. Clara forming the core of that region, is where Innovations are. An inspiring environment for young start-ups, enthusiastic mentors and possible investors to come together and find out more about their opportunities to revolutionize the health care.

 

ideaboost

What is Health 2.0 about? Imagine.. :

Emma is a cancer patient with hypertension, 46 years old, 2 children. She receives a cocktail of different chemotherapeutics, targeted as well as anti-hypertensive drugs. Her oncologist provided her a detailed treatment plan and offered her to sign in to his service app. As she signed in she receives some coaching around healthy behaviour for cancer patients, including recipes for healthy cooking. Emma can get in touch with other patients who signed in suffering from the same disease. Her oncologist is able to monitor her treatment adherence through this app as well. She feels thoroughly attended and is lucky to share her day to day experiences in her virtual patient pass – which also allows her to monitor herself and take note about questions for her next visit to the doctor.

Emma’s day starts at 6. Her wearable tech bracelet vibrates and smoothly wakens her up. While she’s having a shower, her coffee is brewed – as programmed in her remote control device. When she arrives to the kitchen, the smell of freshly brewed coffee fills the kitchen. She’s preparing breakfast for her family and sending the children to school. Meanwhile her vital functions are monitored through her bracelet. Then it’s time for her breakfast and her smartphone reminds her to take the blood pressure and ensure she’s taking her medication properly.

As she takes her oral targeted cancer medication – she receives an alert on her Smartphone–she’s taking one of the last pills- new drug has to be prescribed. This information is automatically forwarded to her oncologist, who will then check his patient dashboard and ask her to pass for an examen to check her health status or just prescribe new pills. The prescription goes right on to the pharmacist, who orders the drug.

Emma feels dizzy today with some headache and intense ear pain – time to schedule a date with her general practicioner. Drinking her coffee and having breakfast she sends her blood pressure data to the general practicioner and her oncologist and digitally schedules a digital meeting with the praciticioner indicating her symptoms. Her doctor comes back with further diagnostic requirements: He wants her to check her ears due to the ear pain – so she is doing this examen with her Smartphone, then measuring body temperature and sending the pictures and results on to her doctor prior to the meeting. Once she finished her homework and had her childrens sent to school, she calls her doctor as agreed upon for the virtual meeting. He diagnoses an inflammation in the middle ear and prescribes medication later that day.

The same time he prescribes the medication, the pharmacist receives the data- of course both have a database of Emma’s current medications including her chemotherapy and can take drug interactions into consideration when treating the middle ear inflammation. And as Emma is lying in her bed for cure, the medication is delivered from the pharmacist to Emma´s home.

Unrealistic future? Realistic today with devices already available and presented during Health 2.0.

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ASCO 2014 – 50 Jahre und ganz schön innovativ

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Sep 132014
 

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ASCO 2014 Chicago und Best of ASCO 2014 in Deutschland

1     Die „American Society for Clinical Oncology” (ASCO) wird 50

Vor 50 Jahren wurde die American Society for Clinical Oncology” (kurz ASCO) gegründet. Damals von ca. 70 Ärzten gegründet, ist das „Unternehmen“ ASCO und die „Marke“ ASCO stetig gewachsen – mit nunmehr mehr als 30.000 Mitgliedern und Teilnehmern an dem jährlichen Meeting. Zusätzlich gibt es weltweit lizensierte Best of ASCO Veranstaltungen in verschiedenen Ländern – eine davon fand in Berlin vom 13. Bis. 14. Juni statt.

1964, im Gründungsjahr der ASCO, war die Medizin insgesamt noch nicht, was sie heute darstellt. Wenn wir heute über gezielte Therapien in der Onkologie sprechen, über große, randomisierte Zulassungstudien, erscheint das „normal“, auch an komplexe Zulassungsprozesse haben wir uns gewöhnt – dem AMNOG (Arzneimittel Neuordnungs Gesetz) sei Dank – doch 1964 war nicht einmal das Zulassungsverfahren in Deutschland ausgereift, der Bundestag definierte 1964 im „Gesetz zur Änderung des Arzneimittelgesetzes“ erstmals die Anforderung zur klinischen und präklinischen Prüfung von Arzneimitteln vor der Zulassung. Bis dahin waren Statements der Hersteller und eine – wie auch immer geartete- „ärztliche Prüfung“ ausreichend.

Auf beiden Veranstaltungen wird klar – neben der sog. „personalisierten“ oder „maßgeschneiderten“ Therapie ist das Thema Immuntherapie wieder groß im Kommen. Auch wenn es noch immer keine Impfung gegen Krebs gibt – Immuntherapien können bei vielen Krebserkrankungen zur Heilung beitragen. Schon lange ist bekannt, dass Patienten mit Immunsuppression (z.B. Transplantationspatienten) ein etwa 100-fach höheres Risiko haben, an Krebs zu erkranken, als dies gesunde Menschen haben. Bei HIV-Patienten treten bestimmte Krebserkrankungen ebenfalls häufiger auf z.B. das Karposi-Sarkom( Auslöser: Humanes Herpesvirus 8). Es scheint also einen Zusammenhang zwischen Immunsystem und Krebs zu geben und entsprechend macht es Sinn in diese Richtung zu forschen.

Mutationen in Zellen geschehen fast täglich im menschlichen Körper und nicht aus jeder entarteten Zelle, die unkontrolliert wachsen könnte entsteht Krebs. Warum? Weil der gesunde Körper solche Zellen mittels Immunsystem bekämpfen und schließlich diese mutierte/entartete Zellen abtöten kann. Bei Krebspatienten erkennt das Immunsystem diese Zellen nicht mehr und kann diese nicht bekämpfen. Die Ursachen dafür sind vielfältig und bis heute nicht bis in alle Einzelheiten aufgeklärt.

Man könnte fast meinen es ginge wieder „Back to the Roots“ – denn zu Beginn des 20. Jahrhunderts hielt sich hartnäckig in der Bevölkerung die Idee, dass Krebs durch einen „Krebsbazillus“ entstehen müsse, oder dass Krebs gar ansteckend sei. Im 21. Jahrhundert erhielt Harald zur Hausen den Medizinnobelpreis für seine Entdeckung, dass das humane Papiloma Virus bei der Entstehung von Zervixkarzinomen eine bedeutende Rolle spielt. Seither hat sich viel getan: es gibt HPV-Impfungen zur Prävention und Hinweise darauf, dass die Entstehung weiterer Krebserkrankungen (z.B. Kopf-Hals-Tumoren) durch das HP-Virus gefördert wird.

Auf dem diesjährigen ASCO wurden faszinierende Daten zur Behandlung verschiedener Tumoren mittels Immuntherapeutika vorgestellt. Viele Firmen arbeiten an der Entwicklung von Immuntherapien in der Onkologie – und wir können sicher sein, dass auch in den nächsten Jahren weitere Neuigkeiten publiziert und neue Therapien zugelassen werden.

Vielleicht gibt es dann auch irgendwann weitere Impfstoffe, die dazu beitragen die Erkrankungsrate an Krebs zu reduzieren, wie die Impfung, die Harald zur Hausen entwickelte. Denn Vorbeugen ist immer besser als Heilen. Wir dürfen gespannt sein.

Jul 142013
 

chicago2007_bearbeitet-3 KopieAmerican Society of Clinical Oncology (ASCO) Annual Meeting 2013

Did you know that simple vinegar (acetic acid) could save lives? It’s not only rocket science advancing patient outcome. Although cutting- edge and practice-changing science in Oncology is what the Annual Meeting of the American Society of Clinical Oncology (ASCO) is mainly about- the stunning vinegar approach  by the Tata Memorial Centre, Mumbai, towards cervical cancer screening and early detection found its way to the meeting.

With more than 30,000 oncology professionals participating and more than 5000 abstracts submitted the Annual Meeting of the American Society of Clinical Oncology (ASCO) is one of the largest international, interdisciplinary and cross-functional meetings in Clinical Oncology (abstracts available on www.asco.org-. or www.abstract.asco.org)  Oncology professionals from all around the world met in Chicago between 31st May and 4th June 2013 in order to discuss cutting- edge and practice-changing science in Oncology, as well as extraordinary approaches in the prevention, early detection and treatment of cancer throughout the world.

Building Bridges to Conquer Cancer

As expected the majority of the presentations and posters were dedicated to targeted agents for cancer treatments, highly sophisticated tests to detect cancer and to find the right drug for the right patient ( abstracts online: www.abstract.asco.org and  www.asco.org). Developing countries currently lack sufficient economic and trained human ressources  to support the high costs of and vital structural/organisational changes in health care for successful cancer care and screening. Cancer prevention might be the cheapest approach, but is also a matter of structures and trained human ressources.

Worldwide 7.6 Million people died from cancer in 2008 and approx.. 70% of cancer deaths occur in low- and middle-income countries – 30% of cancers could be prevented. (Ressource: http://www.who.int/cancer/en/ ). Even within some countries access to health care and proper treatment differs between patients with low, middle and high income. These gaps between low and middle income countries and human beings and high income have to be bridged. ASCO plans to build bridges to conquer cancer. And this was the common theme of this years’ ASCO Annual Meeting: “Building Bridges to Conquer Cancer”, i.e. building bridges to improve cancer care in the settings of poverty.

Vinegar saving lifes?

Inadequate infrastructures, lack of trained professionals, logistic difficulties and high costs are the challenges to manage, in order to build the bridges. One bridge built could be the vinegar- approach presented  by Surendra Shastri from the Tata Memorial Centre, Mumbai, India ( abstract no.2: Effect of visual inspection with acetic acid (VIA) screening by primary health workers on cervical cancer mortality: A cluster randomized controlled trial in Mumbai, India-  http://meetinglibrary.asco.org/content/112133-132 ).

As in the rest of the developing world, cervical cancer is also in India the leading cause of cancer death in women (amounting to 30 %  of the global burden- as per Shastri, abstract no.2). The primary cause of cervical cancer is a sexual transmittable infection with the very common human papilloma virus (HPV).  More details on the disease can be found on the WHO-webpage: http://www.who.int/reproductivehealth/publications/cancers/9241547006/en/

Early detection and treatment of this cancer could save lives. Therefore in many countries e.g. Germany, a Pap smear screening based on a laboratory analysis is available. This screening method requires well trained professionals, laboratories and concerning infrastructures and investments. Things India can’t efford in the depth required. Shastri tested a cheap and simple vinegar (acetic acid) screening method implemented through trained paramedical workers /local staff and could show considerable impact on womens lives: The cervical cancer death rates declined by nearly one-third. The scientists estimate the vinegar-screening could save 22,000 lives in India and 73,000 lives worldwide per year (Surendra et al., ASCO Plenary Session Presentation, Abstract No.2 on http://meetinglibrary.asco.org/content/112133-132 ) For details on the methodology also refer to WHO-download material: http://www.who.int/reproductivehealth/publications/cancers/9789241505260/en/index.html

A step ahead- Room for Bridges to Cancer Prevention

Of course a huge step forward with vinegar only. But the high income countries are a few steps forward again. Since 2008 nobelprize winner Harald zur Hausen demonstrated novel properties of HPV that have led to an understanding of mechanisms for papilloma virus-induced carcinogenesis and the predisposing factors for viral persistence and cellular transformation. He made HPV16 and 18 available to the scientific community. Vaccines have been shown to prevent potentially precancerous lesions of the cervix and are available on the market in some countries since 2006 providing ≥95 % protection from infection by the high risk HPV16 and 18 type. The vaccines may also reduce the need for surgery and the global burden of cervical cancer (he 2008 Nobel Prize in Physiology or Medicine – Press Release”. Nobelprize.org. Nobel Media AB 2013. Web. 14 Jul 2013. http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/medicine/laureates/2008/press.html; “Harald zur Hausen – Facts”. Nobelprize.org. Nobel Media AB 2013. Web. 14 Jul 2013. http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/medicine/laureates/2008/hausen-facts.html)

Avoiding cancer by effective cancer prevention might be easier affordable, cheaper and easier to handle than cancer care. So there is still room for building bridges to conquer cancer and place for the development of stunning solutions to local challenges in health care system structures. Vinegar and paramedical workers might be the beginning but not the end of new roles and responsibilities in future health care systems to meet future needs and save lives.

Reliable patient-oriented  information on more than 120 cancer types are available on www.cancer.net and an interactive timeline of cancer research is published online on www.cancerProgress.net

 

 

American Society of Clinical Oncology (ASCO) Annual Meeting 2013

Did you know that simple vinegar (acetic acid) could save lives? It’s not only rocket science advancing patient outcome. Although cutting- edge and practice-changing science in Oncology is what the Annual Meeting of the American Society of Clinical Oncology (ASCO) is mainly about- the stunning vinegar approach  by the Tata Memorial Centre, Mumbai, towards cervical cancer screening and early detection found its way to the meeting.

With more than 30,000 oncology professionals participating and more than 5000 abstracts submitted the Annual Meeting of the American Society of Clinical Oncology (ASCO) is one of the largest international, interdisciplinary and cross-functional meetings in Clinical Oncology (abstracts available on www.asco.org-. or www.abstract.asco.org)  Oncology professionals from all around the world met in Chicago between 31st May and 4th June 2013 in order to discuss cutting- edge and practice-changing science in Oncology, as well as extraordinary approaches in the prevention, early detection and treatment of cancer throughout the world.

Building Bridges to Conquer Cancer

As expected the majority of the presentations and posters were dedicated to targeted agents for cancer treatments, highly sophisticated tests to detect cancer and to find the right drug for the right patient ( abstracts online: www.abstract.asco.org and  www.asco.org). Developing countries currently lack sufficient economic and trained human ressources  to support the high costs of and vital structural/organisational changes in health care for successful cancer care and screening. Cancer prevention might be the cheapest approach, but is also a matter of structures and trained human ressources.

Worldwide 7.6 Million people died from cancer in 2008 and approx.. 70% of cancer deaths occur in low- and middle-income countries – 30% of cancers could be prevented. (Ressource: http://www.who.int/cancer/en/ ). Even within some countries access to health care and proper treatment differs between patients with low, middle and high income. These gaps between low and middle income countries and human beings and high income have to be bridged. ASCO plans to build bridges to conquer cancer. And this was the common theme of this years’ ASCO Annual Meeting: “Building Bridges to Conquer Cancer”, i.e. building bridges to improve cancer care in the settings of poverty.

Vinegar saving lifes?

Inadequate infrastructures, lack of trained professionals, logistic difficulties and high costs are the challenges to manage, in order to build the bridges. One bridge built could be the vinegar- approach presented  by Surendra Shastri from the Tata Memorial Centre, Mumbai, India ( abstract no.2: Effect of visual inspection with acetic acid (VIA) screening by primary health workers on cervical cancer mortality: A cluster randomized controlled trial in Mumbai, India-  http://meetinglibrary.asco.org/content/112133-132 ).

As in the rest of the developing world, cervical cancer is also in India the leading cause of cancer death in women (amounting to 30 %  of the global burden- as per Shastri, abstract no.2). The primary cause of cervical cancer is a sexual transmittable infection with the very common human papilloma virus (HPV).  More details on the disease can be found on the WHO-webpage: http://www.who.int/reproductivehealth/publications/cancers/9241547006/en/

Early detection and treatment of this cancer could save lives. Therefore in many countries e.g. Germany, a Pap smear screening based on a laboratory analysis is available. This screening method requires well trained professionals, laboratories and concerning infrastructures and investments. Things India can’t efford in the depth required. Shastri tested a cheap and simple vinegar (acetic acid) screening method implemented through trained paramedical workers /local staff and could show considerable impact on womens lives: The cervical cancer death rates declined by nearly one-third. The scientists estimate the vinegar-screening could save 22,000 lives in India and 73,000 lives worldwide per year (Surendra et al., ASCO Plenary Session Presentation, Abstract No.2 on http://meetinglibrary.asco.org/content/112133-132 ) For details on the methodology also refer to WHO-download material: http://www.who.int/reproductivehealth/publications/cancers/9789241505260/en/index.html

A step ahead- Room for Bridges to Cancer Prevention

Of course a huge step forward with vinegar only. But the high income countries are a few steps forward again. Since 2008 nobelprize winner Harald zur Hausen demonstrated novel properties of HPV that have led to an understanding of mechanisms for papilloma virus-induced carcinogenesis and the predisposing factors for viral persistence and cellular transformation. He made HPV16 and 18 available to the scientific community. Vaccines have been shown to prevent potentially precancerous lesions of the cervix and are available on the market in some countries since 2006 providing ≥95 % protection from infection by the high risk HPV16 and 18 type. The vaccines may also reduce the need for surgery and the global burden of cervical cancer (he 2008 Nobel Prize in Physiology or Medicine – Press Release”. Nobelprize.org. Nobel Media AB 2013. Web. 14 Jul 2013. http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/medicine/laureates/2008/press.html; “Harald zur Hausen – Facts”. Nobelprize.org. Nobel Media AB 2013. Web. 14 Jul 2013. http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/medicine/laureates/2008/hausen-facts.html)

Avoiding cancer by effective cancer prevention might be easier affordable, cheaper and easier to handle than cancer care. So there is still room for building bridges to conquer cancer and place for the development of stunning solutions to local challenges in health care system structures. Vinegar and paramedical workers might be the beginning but not the end of new roles and responsibilities in future health care systems to meet future needs and save lives.

Reliable patient-oriented  information on more than 120 cancer types are available on www.cancer.net and an interactive timeline of cancer research is published online on www.cancerProgress.net

 

 

Jun 152013
 

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26th European Musculoskeletal Oncology Society Meeting Gothenborg, Sweden

 

 

 

 

 

Gothenborg welcomed us with sunny summer days and long nights for late dinners sitting outside for the discussion of the latest news in Musculoskeletal Oncology. About 440 participants out of 47 countries discussed new treatment options for and technologies in the surgery of muscoskeletal cancer diseases at the 26th European Musculoskeletal Oncology Society Meeting, taking place from 29th to 31st May 2013 in Gothenborg, Sweden.

 

 

 

The interdisciplinary and cross-functional meeting of the European Musculoskeletal Oncology Society Meeting scheduled from 29th to 31st May 2013, was associated with a corresponding nurses and allied professions group Meeting. About 440 participants out of 47 countries discussed new treatment options for and technologies in the surgery of muscoskeletal cancer diseases. Participants were orthopaedics, oncologists,  surgeons, nurses and other professionals involved in the treatment of musculoskeletal cancers. Other than the years before, only few Oncologists participated, as ASCO Congress in USA started immediately after this meeting.

 

 

 

 

 

 

 TeilnehmerEMSOS2013publ_bearbeitet-1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

–        Also the Patients perspective was subject to some sessions. They reported considerably improved quality of live (QoL) due to new systems for protheses of the extremities and new treatment options.

 

–        Ake Anderson gave a long term testimony of his personal trip through an orphan disease: Osteosarcoma. Especially in his disease an aligned interdisciplinary approach to treatment and rehabilitation was crucial and key for good treatment outcome. He got his diagnosis about 20 years ago and he stated  “Physicians save your life, nurses and physiotherapists will bring you back to life, social life”.  After several relapses and receiving the diagnosis of progressive disease again recently, he is still strong and optimistic and he asked everybody in the audience: “What about the future? Who really knows?”

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jun 022013
 

 

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In Deutschland wird pro Jahr bei  ca, 1800 Kindern unter 18 Jahren die Diagnose Krebs gestellt[1]. Aufgrund der Entwicklung neuer Therapien konnte das Überleben verlängert und die Lebensqualität der kleinen Patienten deutlich verbessert werden. Dazu tragen viele Menschen bei, vom pädiatrischen Onkologen und Hämatologen über die entsprechend qualifizierten Krankenschwestern und Psychologen bis zu den Chirurgen, Strahlentherapeuten usw. Ein gutes Team plant interdisziplinär und Sektor übergreifend die optimale Therapie für seine Patienten. Mit Frau Prof. Eggert steht derzeit eine Frau an der Spitze der Gesellschaft für pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH).

 

 

Die Gesellschaft für pädiatrische Onkologie und Hämatologie ist ein Zusammenschluss von spezialisierten Ärzten, Krankenschwestern und Psychologen. Erst seit 2004 gibt es überhaupt die Möglichkeit an einer entsprechenden Facharztprüfung teilzunehmen. Diese  Fachdisziplin ist also recht jung. Bundesweit gibt es ca. 300 pädiatrische Onkologen und Hämatologen. Die GPOH widmet sich dem wissenschaftlichen Austausch zur Be­hand­lung der Pa­ti­enten/in­nen, der Er­for­schung der Er­kran­kun­gen, der Fort-und Wei­ter­bil­dung und der Ko­ope­ra­ti­on mit an­de­ren Fach­ge­sell­schaf­ten.

Ziele der Gesellschaft sind[2]:

 

  1. Qua­li­täts­si­che­rung durch Ent­wick­lung von Leit­li­ni­en
  2. Durch­füh­rung von The­ra­pie-­Op­ti­mie­rungs-­Stu­di­en
  3. Struk­tu­ren schaf­fen für ei­ne op­ti­ma­le Pa­ti­en­ten­ver­sor­gung

 

 

 

Vom 24. Bis 25. Mai tagte die Gesellschaft für pädiatrische Onkologie und Hämatologie in Berlin. Ca. 250 Teilnehmer hatten sich in Berlin-Kreuzberg versammelt um sich über die neuesten politischen und wissenschaftlichen Entwicklungen in der Kinderonkologie auszutauschen. Auch wenn viele Firmen zurückhaltend sind, bei Therapiestudien mit Kindern und Jugendlichen, so hat sich doch in den letzten 2 Jahrzehnten  viel getan.

 

„Targeted Therapies“ auch in der pädiatrischen Onkologie

 

Wie in der Erwachsenen-Onkologie, so hat auch in die Therapie von minderjährigen Krebspatienten zielgerichtete, sog. „targeted therapies“  Einzug gehalten. Dies war denn auch Gegenstand einiger Vorträge. Es wurden interessante Therapieansätze mit sog. „targeted agents“ vorgestellt u.a. bei  ALL im Kindesalter (Target CD19, Vortrag von  R.Handgretinger, Tübingen), Hirntumoren (target BRAF/MAPK- und mTOR-Signalweg, Vortrag von O. Witt, Heidelberg). Von B. Geoerger aus dem Inst.Gustave Roussy wurden in einem Übersichtsvortrag die Chancen durch diese Therapien aufgezeigt, aber auch die Herausforderungen, die diese Therapieansätze für die Studien in der pädiatrischen Onkologie und Hämatologie mit sich bringen.

 

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Besondere Herausforderungen in der Therapie von Adoleszenten und jungen Erwachsenen (AYA)

 

Eine besondere Herausforderung ist dabei die Therapie von Adoleszenten und jungen Erwachsenen (AYA). Dementsprechend war der erste Tagungsteil dieser Zielgruppe gewidmet und der Optimierung der Versorgung dieser Patienten. In Deutschland werden pro Jahr ca. 4500 Patienten zwischen  15 und 39 Jahren mit der Diagnnose Krebs konfrontiert, wie Herr Prof. Freund aus der Uniklinik Rostock berichtete. Sie erhalten die Diagnose in einer Lebensphase, die von Pubertät, Zukunftsplanung und Umbruch gekennzeichnet ist. Das hat Einfluss auf Compliance, aber auch darauf, wie Therapien und Nebenwirkungen wahrgenommen werden. Damit  stellen diese Patienten eine besondere Herausforderung für die Onkologen dar. Ein fließender Übergang von der pädiatrischen Onkologie zur „Erwachsenen-Onkologie“ wichtig um Versorgungslücken zu schließen. Vorträge der „European Network for teenagers and young adults(ENTYA) von D. Stark, der MHH (A.Mohr), und aus der Uni Rostock ( M. Freund)- um nur einige zu nennen- widmeten sich diesen Zielgruppen und auf diese zugeschnittenen Versorgungsstrukturen.

 

Die Abstrakts zu den Vorträgen dieser Veranstaltung finden sich online (Abstraktsammlung) GPOH -Abstracts online

 

Weiterführende Informationen finden Sie

zur  GPOH

Zu Kinderonkologie

Zum Facharzt pädiatrischer Onkologie und Hämatologie

Zu interdisziplinären Behandlungszentren

Zu den Vorträgen der Tagung

 

 

 

 

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19. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO)-  Radioonkologie im Wandel

 

Berlin, den 12. Mai 2013

 

Um heute die Therapien der Zukunft zu diskutieren, tagen vom 9. bis zum 12. Mai ca. 1.100 Mitglieder der DEGRO (Deutsche Gesellschaft für Strahlentherapie) in Berlin. Zu der Patientenveranstaltung „Strahlen für das Leben“ am Sonntag sind Interessierte herzlich eingeladen.

 

Während viele Berliner den Feiertag zu Ausflügen mit Ihren Familien nutzten, begann am  Donnerstag die 19. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie in Berlin, die noch bis Sonntag andauert. Unter dem Motto „Radioonkologie im Wandel“ haben sich ca. 1100 Mitglieder versammelt. Es sind Strahlenbiologen, Medizinphysiker und Strahlentherapeuten, die interdisziplinären Teams, die über Innovationen in diesem interdisziplinären Fachgebiet diskutieren und sich über neueste Studienergebnisse auszutauschen. Damit die Behandlung noch weiter fokussiert und lokalisiert werden kann- gezielter für mehr Wirkung und weniger Nebenwirkungen.

 

Radioonkologie  stellt neben der medikamentösen Therapie und der Operation, eine der drei Säulen der Krebstherapie dar. Aufgrund der heute möglichen, präzisen, örtlich begrenzten Bestrahlung, ist sie neben der Operation eine wirksame lokale Krebsbehandlung.

 

Neu auf dem aktuellen Kongress sind die täglichen “Highlights of the Day” Sessions – in Anlehnung an die gleichnamigen Sitzungen auf der Jahrestagung ASCO (Tagung der American Society of Clinical Oncology)- auf denen die wichtigsten Vorträge und Poster des Vortages kurz und übersichtlich -zusammengefasst werden. Ebenfalls neu auf diesem Kongress war die sog. “Presidential Address” am Samstag, auf der ausgewählte, teilweise noch nicht publizierte  Studienerbegnisse vorgestellt wurden.

 

1     Presidential Address und andere Vorträge– Stellenwert der Strahlentherapie belegt

 

Auf der “Presidential Address” wurden Daten zum Stellenwert von Bestrahlung u.a. bei HNO- Tumoren  ( Budach et al.); beim Glioblastom (Combs et al.), beim Prostatakarzinom (Wiegel et al.), beim aggresiven Non-Hodgkin- Lymphom (Ruebe et al.) und beim Rektumkarzinom (Roedel. Et al.) dargestellt. Die entsprechenden Abstracts finden sich im  Abstractband zum DEGRO –Kongress in Strahlentherapie und Onkologie, Band 189, Sondernr.1, Mai 2103. Es ging dabei u.a.

 

  1. Combs et al.: Cetuximab plus Temozolamide as Chemoradiotherapy for primary Glioblastoma: Final Results of GERT-trial
    1. Studiendesign publiziert in BioMed Central Cancer, 2006
    2. Die Endergebnisse wurden von Frau Prof. Combs aus Heidelberg vorgestellt. Generell sind Glioblastome schlecht behandelbar. Standardtherapie ist Bestrahlung und die Gabe von Temozolamid.
    3. In der GERT-Studie konnte die Sicherheit der trimodalen Therapie mit Strahlentherapie + Temozolamid+ Cetuximab gezeigt werden.
    4. Das Gesamtüberleben ist sehr gut; ein retrospektiver Vergleich mit dem Therapiestandard (Strahlentherapie + Temozolamiv) zeigt einen Behandlungsvorteil.
    5. Weitere Untersuchungen in einem randomisierten Setting werden folgen.
    6. C.Rödel et al.: Präoperative Radiochemotherapie und postopterative  Chemotherapien mit 5-FU plus Oxaliplatin versus 5-FU allein beim Rektumkarzinom UICC II und III (CAO/ARO/AIO-04)
      1. Studie der German Rectal Cancer Study Group- weitere Informationen zur Studie finden Sie hier
      2.  Zur Evaluation des primären Endpunktes ist ein längeres Follow-up notwendig (3 Jahre Krankheitsfreies Überleben) vorraussichtlich 2014.
      3. C. Rübe et al.. Strahlentherapie des aggressiven Non-Hodgkin-Lymphoms: Aktuelle Ergebnisse..
        1. Studie der Deutschen Studiengruppe hochmaligne Non-Hodgkin-Lymphome (DSHNHL).
        2. T.Wiegel et al.: „10-Jahres-Ergebnisse der Phase III Studie zur adjuvanten Radiatio des Prostatakarzinoms.“ Herr Prof. Wiegel war in Deutschland der Studie, deren Ergebnisse kürzlich im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde (Resnick et al.,NEJM Jan. 2013: 368 (5): 436- 45). Auf der Pressekonferenz und auch in anderen Veranstaltungen wurde das Thema „Prostatakrebs: Strahlentherapie oder Operation?“ diskutiert. Nach Ansicht der DEGRO sollte die Lebensqualität bei der Therapiewahl berücksichtigt werden. Prof. T. Wiegel aus Ulm konnte in einer Studie zeigen, dass Patienten nach der Strahlentherapie /Prostatabestrahlung eine bessere Lebensqualität hatten, als nach operativen Entfernung der Prostata. Nach der Operation leiden die Patienten häufig unter Harninkontinenz oder erektilen Dysfunktionen, dies ist nach der strahlentherapeutischen Entfernung der Prostata nicht der Fall. Da beide Therapieoptionen mit unterschiedlichen Nebenwirkungen einhergehen können, sollten die Therapieoptionen mit den Patienten detailliert besprochen werden. Eine Therapieentscheidung sollte dann gemeinsam mit dem Patienten getroffen werden.

 

2     Wie wird die Rolle der Strahlentherapie in der Zukunft aussehen?

 

Wie Prof. W. Schlegel, Heidelberg, in seinem Übersichtsvortrag “Forschung und Entwicklung in der medizinischen Strahlenphysik“  am Freitag eindrucksvoll darstellte, hat sich in den letzten Jahrzehnten viel getan in der Strahlentherapie und die Entwicklung wird rasant weiter gehen. Deutschland ist hier –  auch nach Konrad Röntgen – weiterhin führend an neuen Entwicklungen beteiligt. Für die Weiterentwicklung der Strahlentherapie sind außer der Medizin viele weitere Fächer wichtig (s. Tab.1). Wer glaubte, dass z.B. „fuzzy logic“ abstrakt und anwendungsfern sind, wurde u.a. im Vortrag S5-5 von L. Brualla eines anderen gelehrt ( im Astractband zur Tagung s.o.)

 

Neue Technologien Betroffene Fächer
ITMechatronik, Robotik, Elektronik InformatikTechnik
Beschleuniger –Physik, neue Bestrahlungstechniken (Protonen, Ionen), neue Detektoren Physik
Biomarker, Genomics/ Theragnostik, High- throughput-Verfahren Biologie

 

Tab.1: Weiterentwicklung der Strahlentherapie ist nicht nur eine medizinische Aufgabenstellung (nach einem Vortrag von Prof. W. Schlegel, Heidelberg, auf dem DEGRO 2013)

 

So bleibt die Strahlentherapie auch weiterhin eine Säule der multimodalen Tumortherapie. Neue Technologien, neue Bestrahlungstechniken (Protonen, Ionen) und die bereits etablierte 3-D-Planung ermöglichen bereits heute gezieltere Bestrahlungen als noch vor wenigen Jahren. Robotik made in Germany und andere Technologien sind bereits  heute führend bei der Unterstützung einer optimalen Positionierung und Fixierung der Patienten im Strahlenfeld. Zukünftig werden intelligente Systeme auch bewegten Tumoren (z.B. in einer atmenden Lunge) so folgen können, dass nur der Tumor und wenig umgebendes Gewebe bestrahlt wird.

 

Radiochirurgie dürfte für einige Patienten eine Alterative zur herkömmlichen Chirurgie bieten.

 

Nicht vergessen werden sollte, dass die Multimorbidität der alternden Bevölkerung neue Therapiealgorithmen und –optionen notwendig macht und auch neue Anforderungen an die Hersteller von Medizintechnik stellen wird. So sollte es schon heute Standard sein, dass die Hersteller von Herzschrittmachern auch deren Sicherheit im Rahmen einer Strahlentherapie untersuchen. Durch den demographischen Wandel werden weitere Herausforderungen auf die Therapeuten und Hersteller zukommen. Dafür gilt es frühzeitig gerüstet zu sein.

 

Am Sonntag, den 12. Mai, sind Patienten und interessierte Laien zu der Veranstaltung mit dem Titel „Strahlen für das Leben“  herzliche eingeladen.

 

 

 

 Posted by at 8:16 pm